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Discographies

Mit der Concorde über den Atlantik

Release Date: 21. February 2014
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Der Plot geht wiedermal voraus. Während Deutschrap im Jahre 2010 auf den Messias in Röhrenjeans und wahlweise Krächzstimme oder Pandamaske wartete, wagte die Düsseldorf-Kölner Formation Schritte auf bisher wenig beackertem Terrain und erfand sich mit dem Album Freunde des schlechten Geschmacks neu.

Abseits von klassischen Hiphop-Beats suchten sich die beiden Rapper Conny und Elmäx eine klassische Band-Formation und produzierten eine Platte, die sich bewusst nicht im Mainstream platzierte, den 5 Jungs die damals noch unter dem Namen The Plot & Dirty Sa nchez unterwegs waren aber eine Menge Live-Gigs einbrachte und eine neue Sicht auf Musikproduktion abseits von 4-Takt Loops ermo glichte.

Über 3 Jahre später erscheint nun Studio-Album Nummer 3 mit Mit der Concorde über den Atlantik steht das wahrscheinlich erste gecrowdfundete Album der Deutschrap-Geschichte endlich in den Startlöchern. Als nie wirklich ernst gemeinte Fan-Aktion im Rahmen des VCB Videobattleturniers entstanden, ist das Album schließlich viel reifer geworden, als es die Band es ursprünglich angedacht hatte. So dominieren auf dem Album ruhige, nachdenkliche und persönliche Tracks wie man es wohl nicht vom Sieger des bis dato größten Video-Crew-Battleturniers erwartet hätte.

Dem Sound des Albums merkt man derweil deutlich den Einschlag der Band (Dom, Elias & Hank) an liebvoll ausgearbeitete Drumloops, eingängige Synthie- und Gitarrenmelodien sowie ein deutlich erwachsenerer Einsatz von Gesangsmomenten in den Songs zeigen, dass man in seiner musikalischen Findung ein großes Stück weitergekommen ist. Nicht alle musikalischen Schauplätze sind vom Plot selbst geschustert worden: Hilfe kam von Niels Freiheit, Rob a Fella und Croup, während die lyrische Schützenhilfe von den Kollegen Pimf, Mikzn70, Eypro, Opty Free und Persteasy geleistet wird. Die Mannschaft der Concorde ist also vollständig an Board, die Maschine ist aufgetankt nun wird sich zeigen, ob der Plot bereit ist für den Sprung über den großen Mainstream-Teich.

Album Review

Diese Vielfalt spiegelt sich über die komplette Spieldauer hinweg wieder, da kein Titel einem anderen ähnelt. Seien es nun humorvolle Lieder, die das (Tour-)Leben von jung gebliebenen oder auch teilweise missverstandenen Musikern wiedergeben ("Etap"), arrogante Songs über die Rechte und Pflichten eines Rappers ("Rapper bin") oder auch Titel aus der herablassenden Sicht eines Großverdieners, wie es ein Künstler bekanntermaßen nur sein kann ("A$AP Conny"). Trotz des humoristisch angehauchten Repertoires der Jungs überzeugen sie mich vor allem dann, wenn sie tiefgreifende Töne anschlagen.
- rappers.in